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Berichte

Theaterlesung PHÖNIX "Nöstlinger" 2017

Bissig-humorvoll begeistert

Die Autorin Christine Nöstlinger hat das Talent, den Alltagswahnsinn um sie herum auf unnachahmliche Weise zu beschreiben. Die Vorarlberger Gruppe „Theater Phoenix“ widmete ihr jüngstes Programm der Autorin und begeisterte in der Bibliothek Frastanz.

Anlässlich des 80. Geburtstages von Christine Nöstlinger stellte das „Theater Phoenix“ eine Theaterlesung mit einigen humorvollen Geschichten für Erwachsene zusammen. Mal lustig und ironisch, mal bissig und gesellschaftskritisch, aber immer liebevoll nahm die Aufführung den heutigen Alltag von Erziehungsfragen und Geschlechterrollen bis zu Vorurteilen, Populismus und Fremdenhass mit viel Witz gespielt aufs Korn. Durchaus mit emanzipatorischem Anspruch, wurde Macho-Gehabe auf allen Ebenen entlarvt, allerdings durfte auch über „Wir-Mütter“ und ihre Kinder herzhaft gelacht werden.

Text und Theater
Auf der Vorführung erweckten Renée Lormans, Paul Ender, Harald Kuntschik und Paul Sandholzer vom „Theater Phoenix“ aus Vorarlberg Christine Nöstlingers Bücher „Liebe macht Blind“ und „Eine Frau sein ist kein Sport“ vom ersten Moment an auf der Bühne zum Leben. Wenn Damen „Flotter Käfer“ gerufen werden, darf der Herr auch „Netter Wurm“ heißen. Wenn die Haushaltsarbeit ungleich verteilt ist, redet sich der feine Herr gerne heraus. Wenn sich der Nachwuchs seltsam verhält, liegt es gleich an der „heutigen Jugend“.

 

Voll besetzt
Als Koorperationsveranstaltung mit der Bibliothek Nenzing organisiert, waren auch Zuschauer aus der Nachbargemeinde in der voll besetzten Bibliothek Frastanz zu Gast. Bibliotheksleiterin Roswitha Tschamon bedankte sich bei der Theatergruppe Phoenix und sprach von „bester Unterhaltung mit vielen Themen, die zur Diskussion anregen“.

von Henning Heilmann